Die bunte Fassade des Neubaus erinnert mit ihren verschiedenfarbigen Alu-Verbundplatten an den berühmten Rubiks Zauberwürfel. Quelle: PORR/Philip Trummert
Hochbau
Kunterbunte Bildungsstätte
Abgeschlossen
Österreich/­Wien

Volksschule Ruckergasse in Wien-Meidling

Ausgabe 175/2020
Autor Florian Schodl

Im 12. Wiener Gemeindebezirk hat die PORR in zwei Bauphasen ein Schulgebäude aus der Gründerzeit revitalisiert und um einem Zubau in Stahlbetonweise erweitert.

Kinder, die sich konzentrieren müssen, und Lehrer, die in aller Ruhe ihr Wissen vermitteln wollen: Wenn man eine Schule bei laufendem Betrieb saniert, dann macht man das lieber leise. Bei der Volksschule Ruckergasse kamen dann auch noch beengte Platzverhältnisse dazu. Für den Kran, mehrere Mulden und die Lagerung von Schalungselementen sowie Baumaterial stand nur eine Fläche von 220 m² zur Verfügung.

Projektdaten
  • Auftraggeber
    Stadt Wien MA56 – Wiener Schulen, vertreten durch die WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH
  • Auftragnehmer
    PORR Bau GmbH . Hochbau . NL Wien
  • Architekt
    GSD Gesellschaft für Stadt- und Dorferneuerung Ges.m.b.H.
  • Auftragsart
    Generalunternehmer
  • Projektart
    Hochbau/Revitalisierung
  • Leistungsumfang
    Um- und Zubau einer Volksschule bei laufendem Betrieb unter beengten Platzverhältnissen
  • Auftragsvolumen
    EUR 4 Mio.
  • Baubeginn
    12/2018
  • Bauende
    01/2020
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Zwei Schul- und ein Turnsaalgebäude

Im Dezember 2018 beauftragte die Stadt Wien über die WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH die PORR Bau GmbH mit der Revitalisierung der Volksschule in der Ruckergasse im 12. Wiener Gemeindebezirk. Das Projekt umfasst zwei unterkellerte, viergeschossige Schulgebäude und ein nicht unterkellertes Turnsaalgebäude mit zwei oberirdischen Geschoßen. Die Bauten stammen aus dem Jahr 1902 und gelten damit als klassische Gründerzeithäuser.

 

Zusätzlich realisierte das Team im Innenhof des U-förmigen Gebäudekomplexes einen Neubau. Er verbindet die Bestandsgebäude barrierefrei und bietet Platz für zusätzliche Klassenzimmer, einen Speisesaal und eine Küche.

Der Neubau mit seinem großzügigen Atrium verbindet die Bestandsgebäude und bietet Platz für mehrere Schulklassen und einen Speisesaal. Quelle: PORR/Philip Trummert
Der Neubau mit seinem großzügigen Atrium verbindet die Bestandsgebäude und bietet Platz für mehrere Schulklassen und einen Speisesaal. Quelle: PORR/Philip Trummert
Der Neubau mit seinem großzügigen Atrium verbindet die Bestandsgebäude und bietet Platz für mehrere Schulklassen und einen Speisesaal. Quelle: PORR/Philip Trummert

Viel Material, wenig Platz

Die extreme Hanglage des Grundstücks und der beengte Arbeits- und Lagerbereich erschwerten die Arbeit. Den Gehsteig durfte die PORR wegen behördlicher Auflagen nicht blockieren. Deshalb hatte man für einen Kran, mehrere Mulden und die Lagerung von Schalungselementen und Baumaterial nur 220 m² zur Verfügung. Auch die Rangierflächen für die Lkws musste das Team auf der Fläche unterbringen. Direkt vor dem Gebäude befindet sich außerdem eine – besonders zu den Stoßzeiten – hochfrequentierte Bushaltestelle.   

Die Lasten des Neubaus werden über insgesamt 168 duktile Gussrammpfähle abgeleitet.
Florian Schodl

Sanierung im Altbau, Verbindung zum Neubau

In der ersten Bauphase führte die PORR im Schulgebäude Ruckergasse 42 mittels Stahlträger diverse Unterfangungen durch und legte Räume zusammen. Für die Verbindung zum Neubau musste das Team außerdem Öffnungen in den Außenwänden zum Innenhof herstellen. Die Gangflächen und das Stiegenhaus brachte man brandschutztechnisch auf den neuesten Stand und in den Klassenzimmern schliff und lackierte man die Staffelparkettböden. Weiters wurden die Räume neu ausgemalt. Noch während der ersten Phase wurde der Bestandsturnsaal im zweiten Obergeschoß komplett entkernt, neu aufgebaut und danach ein neuer Sportboden in Holzbauweise verlegt. Für mehr Sicherheit sorgt außerdem ein neuer, zusätzlicher Fluchtweg, der durch den späteren Neubau führt.

Den Turnsaal im ersten Obergeschoß hat die PORR komplett entkernt und neu aufgebaut. Quelle: PORR/Philip Trummert
Den Turnsaal im ersten Obergeschoß hat die PORR komplett entkernt und neu aufgebaut. Quelle: PORR/Philip Trummert
Den Turnsaal im ersten Obergeschoß hat die PORR komplett entkernt und neu aufgebaut. Quelle: PORR/Philip Trummert

Das zweite Schulgebäude, Ruckergasse 44, wurde schon vor einigen Jahren saniert. Deshalb musste das Team in diesem Bereich nur brandschutztechnische Adaptierungen vornehmen und die Durchbrüche zum späteren Neubau herstellen. Um den laufenden Schulbetrieb nicht zu stören, führte die PORR diese Arbeiten in den Sommerferien durch. Ende August 2019 konnte das Team diesen Sanierungsbereich dann fristgerecht und noch rechtzeitig vor Schulbeginn im September an den Auftraggeber übergeben.

Der Unterricht kann auch auf die neue Dachterrasse verlegt werden, auf welcher es auch eine Pergola gibt. Quelle: PORR/Philip Trummert
Der Unterricht kann auch auf die neue Dachterrasse verlegt werden, auf welcher es auch eine Pergola gibt. Quelle: PORR/Philip Trummert
Der Unterricht kann auch auf die neue Dachterrasse verlegt werden, auf welcher es auch eine Pergola gibt. Quelle: PORR/Philip Trummert
Die engen Platzverhältnisse und die zur Straßenseite offene Baugrube haben unser Team auf die Probe gestellt. Den Kran konnten wir deshalb erst nach Herstellung der Kellerdecke aufstellen.
Florian Schodl

Historische Fassade, bunte Verkleidung

In der zweiten Bauphase realisierte die PORR einen Neubau im Innenhof, der die beiden Bestandsschulgebäude und den Turnsaal verbindet. Er umfasst eine Zentralgarderobe, einen Speisesaal, den Haupteingangsbereich, vier Klassenräume, eine Aufzugsanlage und mehrere Sanitärbereiche. Auf der Dachterrasse errichtete das Team eine Pergola. Die drei oberirdischen Geschoße sind über ein Atrium miteinander verbunden. Weil das Atrium an der ehemaligen Außenwand des Turngebäudes platziert wurde, ist die historische Außenfassade erhalten geblieben und im Atrium über alle drei Stockwerke hinweg sichtbar. Im zweiten Obergeschoß führte die PORR eine Pfostenriegelkonstruktion mit integriertem Rauchabzug aus. An der Außenseite des Neubaus kam ein hinterlüftetes Fassadensystem zum Einsatz. Mit seinen bunten Alu-Verbundplatten erinnert es an den berühmten Rubiks Zauberwürfel.

Da der Turnsaal nicht unterkellert ist, musste die PORR in diesem Bereich sowie unter Teilen der Bestandsschulgebäude die Fundamente mittels Düsenstrahlverfahren unterfangen. Die Lasten des Neubaus werden über insgesamt 168 duktile Gussrammpfähle abgeleitet. Aufgrund der engen Platzverhältnisse und der zur Straßenseite offenen Baugrube konnte man den Kran erst nach der Herstellung der Kellerdecke aufstellen. Den Rohbau errichtete das Team teils mit Fertigteilen teils mit Ortbetonwänden. Aufgrund der extremen Hanglage des Grundstückes mussten während der Arbeiten an den duktilen Pfählen sowie den Arbeiten am Kellergeschoß Wassererhaltungsmaßnahmen getroffen werden.

Die historische Außenfassade des Turnsaalgebäudes ist im Atrium des Neubaus sichtbar. Quelle: PORR/Philip Trummert
Die historische Außenfassade des Turnsaalgebäudes ist im Atrium des Neubaus sichtbar. Quelle: PORR/Philip Trummert
Die historische Außenfassade des Turnsaalgebäudes ist im Atrium des Neubaus sichtbar. Quelle: PORR/Philip Trummert

Fazit

Das Projekt übergab die PORR im Jänner 2020 termingerecht an den Auftraggeber. Und die Schülerinnen und Schüler konnten dank des hervorragenden Zusammenspiels aller Beteiligten den Neubau schon im Februar beziehen.

Technische Daten

3.825 m²
Bruttogeschossfläche
980 m²
Verbauter Beton
113 t
Verbauter Stahl
  • DS-Verfahren
    90 m²
  • Duktile Pfähle
    128 Stk.
  • Hohldielendecke
    168 m²
  • Vorgehängte Alu-Fassade
    240 m²
  • Hölzerne Sportböden
    155 m²

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