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Hinter den Bauzäunen: Wien Museum

Das Wien Museum beherbergt wertvolle Schätze aus Tausenden Jahren Geschichte. Die PORR baut es jetzt für die Zukunft um. Gesamtprojektleiter Stefan Posch über ein anspruchsvolles Bauvorhaben.
Autor: Stefan Posch

Wir schreiben das Jahr 1959. Mit Alaska und Hawaii bekommen die USA zwei neue Bundesstaaten. In New York wird die erste Barbie vorgestellt und das Guggenheim-Museum eröffnet. Auch in der österreichischen Bundeshauptstadt öffnet eine wichtige Kulturstätte ihre Pforten: das Wien Museum. 60 Jahre später muss es aber schließen. Denn das denkmalgeschützte Gebäude am Karlsplatz wird von der ARGE Wien Museum bestehend aus PORR, Ortner und ELIN – saniert und ausgebaut.

Baulicher Balanceakt

Die Abbrucharbeiten bilden die Grundlage für eine statische Ertüchtigung des viergeschossigen Bestandsgebäudes. Im Untergeschoss, unter dem zukünftigen Vorplatz, und auch in zwei Obergeschossen soll die ursprüngliche Nutzfläche großzügig erweitert werden. Die Bestandsstruktur konnte keine neuen Lasten aufnehmen, was eine einzigartige Konstruktion erforderte. Im Innenhof wurde als tragende Struktur auf 43 Bohrpfählen ein viergeschossiges Atrium gegründet. Auf diesem wurde dann das oberste Geschoß aufgesetzt, welches aus einem rund 1.100t schweren Stahlfachwerk mit einzigartiger Auskragung besteht. Darauf aufgehängte und aufwendig hergestellte Sichtbetonbauteile aus Weißbeton bilden die Kontur des über dem Bestand schwebenden Zubaus. Darunter entsteht durch eine umlaufende Glasfassade ein Fugengeschoss mit selbstverdunkelnden, elektrochromen Gläsern, durch dessen Rücksprung eine großzügige Terrasse mit Blick auf den Karlsplatz entsteht. Im Atrium selbst stellte uns das hängende Stiegenhaus in Sichtbeton vor große Herausforderungen. Dies ist lediglich an der obersten Gebäudedecke konstruktiv verankert und stand während dessen Herstellung ausschließlich auf Schalungskonstruktionen.

Wir bauen Geschichte
(c) PORR
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Volles Engagement

Im zukünftigen Dauerausstellungsbereich kommen Lehmbauplatten mit Klimaputz als Vorsatzschalenbeplankung zur Ausführung. Ein Gussterrazzo als Bodenbelag, restaurierte Fensterelemente und statisch ertüchtigte Bestandsgeländer mussten laufend mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt werden. Aktuell erfolgt im gesamten Gebäude der Innenausbau. Das Beste bei diesem Projekt und bei meinem Job ist der Teamgeist. Wir zeigen viel Engagement, wenn es darum geht, unsere Ziele zu erreichen und diese einzigartige Gebäude zu errichten. Und so liegen wir auch absolut im straffen Zeitplan: Die Fertigstellung ist für März 2023 geplant.

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